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April152012

... und tschüß, Ubuntu!

Am 10. April 2012 endete der Support für Ubuntu 10.10, die beste Linux-Variante, die ich je gesehen habe.
Nicht einmal 10.04 LTS, welches ein halbes Jahr zuvor erschein und noch ein ganzes Jahr unterstützt wird, kann 10.10 das Wasser reichen - auch nicht mit den Updates (10.04.3 von Ende 2011).
Ubuntu schreibt sich gern auf die Fahnen, ein benutzerfreundliches System zu sein, jedoch sehe ich seit Version 11.04 nur noch Fehler, die einfach ignoriert und nicht aus der Welt geschafft werden. So gab es in 11.04 überall auf dem Bildschirm kleine unsichtbare Rechtecke, durch die man einfach nicht durchklicken konnte. Man konnte also nicht auf Schaltflächen klicken, weil diese blockiert waren ... ein paar Pixel weiter recht/link/oben/unten funktionierte alles wieder wie gehabt. Hatte man ein Windows-Programm offen, so verwandelte sich der Windows-Mauszeiger zurück in den Ubuntu-Mauszeiger, wenn man über einem solchen Rechteck schwebte. Egal, der Fehler ist seit 11.10 aus der Welt - aber nicht etwa, weil man ihn gefixt hatte, sondern weil man den compiz-Window-Manager gegen eine andere, noch schlechtere Version ersetzt hatte.
In 11.10, so wie jetzt auch in 12.04 LTS, gibt es wie in den Vorgängerversionen die Funktion "Fenster skalieren", welche der Funktion Expose bei Mac OS X entspricht. Doch anstatt einer Übersicht anzuzeigen, fliegen die Fenster beim Einschalten der Funktion wie wild über den Bildschirm, um irgendwo zu landen, wo man sie weder sehen, noch erreichen kann. Mit Alt-Space kommmt man zwar noch an das Fenster-Menü und könnte das Fenster wieder auf den Bildschirm zurückholen, doch a) wieso sollte ich das tun müssen und b) in welche Richtung verdammt soll ich das denn schieben? So oder so, dieser Fehler besteht bereits seit Version 11.10 und ist auch wieder in 12.04 LTS enthalten. Auf einen Fix wird man wohl ewig warten können.
Nächster Fehler: die Weltzeituhr. Stelle ich New Yorker Zeit ein, so bekomme ich grundsätzlich die (Winter-)Zeit von London (genauer gesagt UTC-Zeit). Erst ein paar manuelle Änderungen in irgendeiner Konfiguration führen zum gewünschten Ergebnis. Dieser Bug besteht seit Version 11.10 und soll (im Launchpad von dringend auf unwichtig herabgestuft) nun für den Supportzeitraum von FÜNF JAHREN in 12.04 LTS bestehen bleiben.
Weiter geht's mit wine ... nicht wine ist schuld, aber Programme in wine, speziell Spiele, haben keinen Internetzugriff mehr. Kurioserweise können Programme sich mit dem Internet verbinden (wahrscheinlich per HTTP), doch ein Login per Socket ist nicht möglich.
Gut, 12.04 LTS ist immer noch Beta, jedoch war damals bei 10.04 LTS Beta nichts von der "Beta" zu spühren, außer den vielen Updates täglich.
Ich für meinen Teil bin nun endgültig auf debian 6.0.4 64 Bit umgestiegen, die 64 Bit machen einen zwar zu schaffen, doch die Probleme können zur vollen Zufriedenheit gelöst werden, so dass debian 6 die Qualität von 10.10 erreicht. Vom Stand der Technik her ist debian 6 zwar mit 10.04 LTS auf einer Stufe, doch debian 6 bekommt mindestens noch zwei Jahre Support, während die Gnadenfrist für 10.04 LTS nächstes Jahr ausläuft.

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