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Nov182017

einige *X Distributionen beenden 32 Bit Support

Langsam wird es Ernst für die letzten 32 Bit Computer, denn einige Linux-Distributionen beenden den Support für diese Systeme. Nachdem Ubuntu nun angekündigt hat, für die Desktop-Version keine 32 Bit Installationsabbilder mehr zu erzeugen, las ich nun, dass auch Arch und GhostBSD den Support dafür beenden.

Ich selbst habe noch vier 32 Bit Rechner regelmäßig Einsatz, auf denen ich verschiedene Linux Systeme einsetze.
Aus diversen Gründen betreibe ich ein veraltetes Ubuntu 11.04 an meinem Acer Aspire One, weil es als einziges die Unity-Oberfläche noch in GTK2 betreibt und somit auf diesem System einen wesentlichen Geschwindigkeitsvorteil mit sich bringt. Für Aufgaben im Netz nutze ich es nicht mehr, lediglich im abgeschotteten Intranet nutze ich damit Dateifreigaben.
Debian 7 "Wheezy" befeuert immernoch mein IBM Thinkpad R60e. Es wird noch mit Sicherheits-Updates versorgt, allerdings nicht mehr vom Debian-Team.
Eines meiner Laptops betreibe ich als "Hackintosh" bzw. als Media-PC. Es ist ein altes MaxData, auf dem Linux schleppend läuft, aber Leopard eine gute Figur macht.
Auf meinem MacBook1,1 betreibe ich seit Neuestem Debian 9 "Stretch". Es bietet u.a. eine aktuelle Version von Chromium in 32 Bit, was die Basis für den Google Chrome bildete. Chrome selbst wird bereits seit Version 49 nicht mehr für Linux 32 Bit angeboten. Unter Mac OS X war damit sogar schon nach Version 39 Schluss.

Auch wenn das MacBook1,1, welches mir hier in der kleinsten Variante mit 1,83 GHz vorliegt, noch alle Aufgaben meistert, gehört es nun bald endgültig zum alten Eisen. Als Mac taugt das alte Gerät lang nicht mehr, da Snow Leopard von 2009 das letzte hier lauffähige System ist. Der Support für Snow Leopard endete 2014 endgültig. Als Linux-Rechner taugt dieser 32 Bit Mac vielleicht bald auch nicht mehr. Sehen wir mal, wie lange es Windows 10 noch in der 32 Bit Variante geben wird.
Windows ist die letzte Version, für den es den Google Chrome in 32 Bit gibt.

Dennoch ist für ältere 32 Bit Computer noch lange nicht aller Tage Abend.
Für Ubuntu wird es auch in naher Zukunft 32 Bit Installations-Images geben, welche für die Installation über das Internet ausgelegt sind (sog. NetInstaller).
Weiterhin gibt es gleich in der Nachricht über das Support-Ende von Arch die Meldung, dass die Community Arch32 Pakete betreuen und anbieten will.
Zu Guterletzt ist zumindest mir eine solche Ankündigung von anderen Distributoren, wie zum Beispiel debian, nicht bekannt.

Bleibt abschließend zu sagen, dass es trotz diverser 32 Bit Rechner in meiner Sammlung Zeit wird, 32 bit zu begraben und den Support einzustellen.
Nicht nur, dass vor allem Server nun endlich Datenmengen jenseits von 4 GB linear benutzen können, auch die eigentliche Übergangszeit auf 64 Bit von nunmehr 15 Jahren spricht klare Worte.
Der Übergang von 16 auf 32 Bit war im Konsumerbereich innerhalb eines Jahres abgeschlossen. Windows95 brachte schlagartig 32 Bit auf den Desktop. Von 32 auf 64 Bit dauert es bei Microsoft jetzt bereits 5 Betriebssystem-Generationen an - XP64 mitgezählt, 8.1 nicht.
Bei Apple dauerte der Übergang je nach Plattform zwei oder drei Systeme lang: Tiger und Leopard leiteten den 64 Support bei PowerPC-Macs ein. Auf den gleichzeitig erscheinenden Intel-Plattformen war dann hauptsächlich Snow Leopard das System, was von 64 Bit am meisten profitieren sollte, obgleich es als letztes noch 32 Bit Intel unterstützte.
Letztlich Linux begleitet uns schon lange sowohl in 32 als auch in 64 Bit. Die 64 Bit Unterstützung begann Dank Open Source schon sehr früh, doch wegen Kompatibilitätsproblemen mit unfreier Linux- und auch Windows-Software, entschied ich mich lang noch für die 32 Bit Varianten von Debian und Ubuntu.
Nun wird der 32 Bit Support bald aufgehoben - und wieder ist es Open Source zu verdanken, dass es dennoch Bestand haben wird.

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