Aus und vorbei – auf zu neuem Elektronic-Schrott

Re: Aus und vorbei – auf zu neuem Elektronic-Schrott
27.06.2019 um 20:49 Uhr von GoodByteXL
Sleepy hat geschrieben:
Wosch hat geschrieben:In Lettland haben Sie sich gegen DAB entschieden. Die steigen gleich auf Internetradio über Mobilfunk und 5G um.
Das funktioniert in D aber auch nicht überall. Irgendwas machen wir falsch :evil:


Wieso? Die Infrastruktur steht doch - RoIP und über Handy geht doch hier auch schon (oder sehe ich das falsch?). Ich hab´ ja grundsätzlich nichts gegen Alternativen,


Da wir mit dem Wohnmobil viel unterwegs sind und entsprechende Erfahrungen machen, kann ich diese Gedanken nur als Phantastereien bewerten. :mrgreen:

Es gibt flächendeckend in D nicht einmal 2G, geschweige den DVB-T(2) oder DAB(+). Das Einzige, was immer funktioniert, ist UKW-Rundfunk und Satellitenempfang. In anderen großen europäischen Ländern sieht das auch nicht besser aus, dazu die Katastrophe mit dem Roaming. 3G/4G als Roaminggast in anderen Ländern, da ist man der erste, der aus einer Funkzelle 'rausfliegt. Mit 2G darf man drinbleiben, weil das Geld bringt.

Warum sollte man also bei uns ohne Not etwas abschalten, das so gut funktioniert wie analoger UKW-Rundfunk?

Wegen der Modernisierung? Ach ja, hatte ich vergessen, seit 2018 haben wir ja alle schon 50 MBit ... :zensiert
Re: Aus und vorbei – auf zu neuem Elektronic-Schrott
Benutzeravatar28.06.2019 um 06:27 Uhr von Sleepy
GoodByteXL hat geschrieben:Warum sollte man also bei uns ohne Not etwas abschalten, das so gut funktioniert wie analoger UKW-Rundfunk?


Den Konsum ankurbeln? Selbstauferlegter Innovationszwang?

GoodByteXL hat geschrieben:Das Einzige, was immer funktioniert, ist UKW-Rundfunk und Satellitenempfang.


Da habe ich ja auf die zwei richtigen Pferde gesetzt... :mrgreen:

O.K., die mangelnde Flächenabdeckung habe ich bei meinen Gedanken erst garnicht berücksichtigt; so weit bin ich nicht gekommen - für mich waren die anderen Gründe schon Grund genug. Das ist aber in der Tat ein weiteres, für den Nutzer, der eine Umstellung bzw. Abschaltung letztendlich ausbaden und zahlen müßte, durchaus gewichtiges Argument!

Sleepy
Re: Aus und vorbei – auf zu neuem Elektronic-Schrott
Benutzeravatar29.06.2019 um 00:43 Uhr von Mathy
Hallo Leute

Ich wohne, wie so manch einer hier vielleicht schon mitgekriegt hat, in einer Regio wo die Grenze nie weit weg ist. Höre im Auto (meines Arbeitgebers, in mein eigenes ist momentan gar kein Radio drin) oft WDR4. Über UKW. Mal ist der Empfang gut, mal ist der Empfang gestört (mal mehr, mal weniger). Auch in Deutschland, nahe der Niederländischen Grenze.

DAB+ ist um einiges besser als DAB, dass von der Qualität her eine Musikkassette kaum übersteigt. UKW gab's auch nicht von Anfang an flächendeckend. Ist der Empfang bei UKW schlecht, so hört man das. Da DAB+ digital kodiert ist, hört man davon nichts, bis das Signal SO schlecht ist, dass auch der beste Rechner die fehlenden Informationen im Signal nicht mehr rekonstruieren kann.

Tschüß

Mathy (der sich schon freut auf den Moment wenn er sein neues "Radio" mit u.A. DAB+ zum ersten mal einschalten kann)
Re: Aus und vorbei – auf zu neuem Elektronic-Schrott
29.06.2019 um 11:49 Uhr von GoodByteXL
Sleepy hat geschrieben:...
O.K., die mangelnde Flächenabdeckung habe ich bei meinen Gedanken erst gar nicht berücksichtigt;...


Jo, und damit korrespondiert der 'Ausbauplan' entlang der Verkehrshauptwege und Ballungsräume für DAB+ und 5G.

Wobei ja schon über 6G diskutiert wird, mit dem wohl nach dem Forschungsplan von Fraunhofer vornehmlich Städte 'vernetzt' werden sollen.

5G/6G flächendeckend aufzubauen dürfte Utopie da, da in den Frequenzbereichen eine gleichbleibend gute, flächendeckende Ausstrahlung technisch äußerst aufwändig ist. Selbst bei 4G hat man je schließlich 'die Waffen gestreckt', da der finanzielle Aufwand einfach zu hoch ist. In kleinen Staaten mit wenig Bodenerhebungen ist so etwas relativ leicht zu bewerkstelligen. Das lässt sich medial natürlich prima als Vorbild hinstellen, ist aber der berühmte 'hinkende Vergleich'. Dazu kommt noch, dass jeder Staat selbst innerhalb der EU sich wie je darauf beschränkt, sein eigenes Hoheitsgebiet zu versorgen.

Das nimmt z .T. groteske Züge an. Im Zipfel Berchtesgadener Land kann man überall ARD/ZDF über DVB-T hervorragend empfangen, ausgestrahlt vom ORF. Kann man aber nicht sehen, weil man dafür einen Ösi-Decoder benötigt. Unsere Öffis sind da über DVB-T nur sehr begrenzt empfangbar, meist gar nicht. Weicht man halt auf Satellit aus.

Vielleicht mal bei Star Trek schauen, wie die den Subraum für Kommunikation/Medien etc. angezapft haben (werden). :dance
Re: Aus und vorbei – auf zu neuem Elektronic-Schrott
Benutzeravatar29.06.2019 um 21:40 Uhr von Sven
Hallo Walter,

DAB/+ ist deutlich effizienter im Bandbreitenbedarf als das "alte" UKW-Radio. Und da Bandbreiten in unserer informationshungrigen Gesellschaft ein knappes Gut sind macht es natürlich Sinn UKW irgendwann einmal abzuschalten und dieses Spektrum effizienter zu nutzen.

Wir nutzen ja auch heute keine ATARI 8Bit in der IT weil die so toll und zuverlässig funktionieren, oder?

Hinter 5G steckt eine deutlich andere Technologie als hinter 4G. Und der Anwendungsfall für 5G ist auch ein deutlich anderer als hinter 3G/4G.

In beiden Fällen lässt sich sagen das hier die Anforderung der Masse das Gewicht hat, nicht der einzelne Bürger der für sich entschieden hat der Zivilisation aus dem Weg zu gehen.
Re: Aus und vorbei – auf zu neuem Elektronic-Schrott
01.07.2019 um 11:49 Uhr von GoodByteXL
Sven hat geschrieben:DAB/+ ist deutlich effizienter im Bandbreitenbedarf als das "alte" UKW-Radio. Und da Bandbreiten in unserer informationshungrigen Gesellschaft ein knappes Gut sind macht es natürlich Sinn UKW irgendwann einmal abzuschalten und dieses Spektrum effizienter zu nutzen.

Alles richtig, aber leider nicht zielführend, denn:
Die Frequenzbereiche (VHF III u. L), die für DAB+ verwendet werden, bedingen deutlich geringere Ausbreitungsmöglichkeiten als die 'alten' UKW-Frequenzen. Daher benötigt man schlicht mehr Sendemasten als für UKW (Analog-TV lässt grüßen). So lange das nicht passiert, ist DAB+ kein Ersatz für UKW. In den Städten und Ballungsräumen, in denen die Internetbandbreite über Kabel, Glasfaser oder Mobilfunk hoch genug ist, gibt es ohnehin genug Alternativen, die m.E. DAB+ dort ebenso obsolet erscheinen lassen wie DVB-T(2).

Sven hat geschrieben:Hinter 5G steckt eine deutlich andere Technologie als hinter 4G. Und der Anwendungsfall für 5G ist auch ein deutlich anderer als hinter 3G/4G.

Auch richtig, aber:
Mobilfunk ist nie flächendeckend ausgebaut worden, nicht mal 2G, was sogar manch ein Minister öffentlich bemängelte ...
Mit jeder neuen Ausbaustufe 3G, 4G und jetzt 5G wurde die Flächenabdeckung kleiner. Hier fehlt eindeutig der Willen, ein einheitliches System für das ganze Land aufzubauen. Leider wurde das den Mobilfunkanbietern überlassen. Und die schauen nur auf Return On Investment.

Sven hat geschrieben:In beiden Fällen lässt sich sagen das hier die Anforderung der Masse das Gewicht hat, nicht der einzelne Bürger der für sich entschieden hat der Zivilisation aus dem Weg zu gehen.

Das ist blanker Unsinn, denn nur ca. die Hälfte der Bevölkerung lebt dort (große Städte/Ballungsräume), wo die Anbieter bevorzugt ihre Masten aufstellen. Und im Falle von durch Rundfunk/TV/Internet-Steuer finanzierten Leistungen hat jede Hälfte der Bevölkerung den gleichen Anspruch erworben.

In dicht gepackten Regionen braucht es aber weniger Masten pro 1000 Teilnehmer. Wer nicht in dicht besiedelten Gebieten oder großen Städten lebt, geht deiner Meinung nach also der Zivilisation aus dem Weg, also ca. die Hälfte der Einwohner des Landes. Auch eine Sichtweise ...

Abgesehen davon bin ich sehr für Neuerungen, wenn die denn konsequent als staatliche Aufgabe das Land vorwärts brächten. :mrgreen:
Re: Aus und vorbei – auf zu neuem Elektronic-Schrott
Benutzeravatar01.07.2019 um 22:34 Uhr von Sven
Dann bleibt als Zusammenfassung nur zu sagen das der Staat künftig für den Breitbandausbau, Mobilfunk und Radio dies als hoheitliche Aufgabe übernehmen muss. Sobald Kosten/Gewinn-Rechnungen angestellt werden kommst du eben auf das von dir geschilderte Problem.

Und da unser Staat an der Stelle dies nicht machen wird (siehe die Geschichte von TETRA und das Ergebnis) wird man damit leben müssen wie es heute ist oder als Alternative: Auswandern.
Re: Aus und vorbei – auf zu neuem Elektronic-Schrott
10.07.2019 um 13:47 Uhr von GoodByteXL
Sven hat geschrieben:Sobald Kosten/Gewinn-Rechnungen angestellt werden kommst du eben auf das von dir geschilderte Problem.

Exakt darum geht es. Zwei verschiedene Standpunkte in den nachfolgend verlinkten Artikeln. Von den Kosten für das System redet eigentlich niemand. Mehr Masten wegen der Ausbreitungsnachteile, mehr Notstromversorgung vorhalten für diese Masten, wenn das Digitalradio in Krise und Krieg die Bevölkerung informieren soll, hohe Investitionen in neue Technik, etc.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ ... 74812.html

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ ... 74812.html

Man sieht schon, wie herumgewurschtelt wird. Wenn man allerdings immer auswandern (= weglaufen) wollte, wenn hier seitens der Politik mal wieder 'rumgefrickelt wird, kämen wir aus dem Rennen gar nicht mehr heraus. :mrgreen:
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