Fujiama 2011

Seht hier noch einmal die Einladung zur Fujiama 2011.

meine Eindrücke

Katzen können tatsächlich gegen etwas protestieren.
So protestierte meine Katze dagegen, dass sie für vier Tage allein zu Hause bleiben sollte, in dem sie mir einen wunderschönen, gelben See im Korridor hinterließ. Ohne lange zu überlegen -und ohne nachzudenken- schnappte ich mir also die Katze und legte dafür den Rucksack mit dem Atari wieder ab, bevor ich zum Bahnhof fuhr.
Genau in der Minute, in der ich dann die Fahrkarten für die Fahrt nach Lengenfeld in der Hand hielt, kam auch schon der Zug. Ein perfektes Timing, wie es zu toppen kaum möglich scheint.
Nun, die Katze hat die Fahrten mit dem Zug erstaunlich gut vertragen, kein Miauen, kein Wehklagen.
Da ich schonmal das Fahrrad mitgenommen habe, dachte ich mir, wenn ich damit schon kein schweres Gepäck transportiere, so muss ich doch wenigstens ein paar Meter damit fahren. In Zwickau angekommen, habe ich nicht, wie all die anderen Jahre, die Vogtlandbahn nach Lengenfeld genommen, sondern habe mich per Rad auf den Weg dorthin gemacht. Auf gut Glück fuhr ich los, in der Hoffnung, auf einen Wegweiser nach Lengenfeld zu treffen. Dieser war gleich von der Bahnhofsausfahrt aus zu sehen.
Vom Bahnhof bis zu einer Autobahnbrücke auf ungefähr der Hälfte des Weges ging es nur Berg auf. Kurz hinter der Autobahnbrücke habe ich mit der Katze eine kleine Pause eingelegt und wir haben noch einen Happen gegessen.


Die "Straße woanders hin" ist eigentlich die Abfahrt von der A72 in Richtung Chemnitz.

Von hier ab ging es nur noch Berg ab. Zum Glück habe ich erst vor einer Woche neue Mäntel aufgezogen, sonst wäre diese schnelle Fahrt die reinste Holpertour geworden (die alten Reifen hatten vielleicht einen Höhenschlag!!!).
Bald auch waren die ersten Kilometerangaben zu finden: Lengenfeld 14 km, Lengenfeld 10 km, Lengenfeld 7 km, Lengenfeld 4 km, Umleitung. Was? Umleitung? Nö! Ich fahre durch die Bausstelle. Direkt nach dem Gewerbegebiet erreichte ich endlich den mir bekannten Teil von Lengenfeld. Ab hier war alles ein Kinderspiel.
Nun musste ich erst einmal schauen, wo hin mit der Katze. Helmut und ich haben sie dann einfach im Garten seines Grundstückes laufen lassen. So gegen halb zwölf machten wir uns auf den Weg zum Schützenhaus. Berg auf mit dem beladenen Fahrrad - ich dachte, das packe ich mit Links, aber diese Steigung war nicht ganz ohne. Später, als ich nochmal zu Helmut runter musste, weil ich das Seil für die Katze vergessen hatte, stellte sich aber heraus, dass es keine Rolle spielt, ob das Fahrrad beladen ist oder nicht.
Oben angekommen, hatte ich dann bereits die traditionelle Eröffnungszeremonie verpasst - das einfache Aufschließen des Schützenhauses um Punkt 0:00 Uhr. Bereits mehr als 10 Besucher waren vor Ort.

Zu den Eindrücken der Fujiama selbst schreibe ich jetzt mal nichts, denn irgendwie habe ich das Gefühl, ich habe die Fujiama total verpasst. Die Zeit, die mir letztes Jahr durchaus ausreichend erschien, war dieses Jahr einfach zu kurz.
Nur so viel: nachdem Carsten ja mehrere Vorträge vorbereitet hatte (siehe Forum), hatte ich kurzerhand entschlossen, mich am Samstag Abend um 22:30 auch vorne hinzustellen und FujiChat vorzuführen. Ich selbst habe nichts mit der Entwicklung des Programms zu tun, jedoch dachte ich mir, dass es für viele Atarianer interessant sei, zu sehen, wie der kleine Rechner tatsächlich Teil es Internets wird. Kurz erläutert, präsentiert wurde mit FujiChat ein Programm, welches sich auf IRC-Server einloggen kann. Ein IRC-Server stellt mehrere Chaträume zur Verfühgung, in denen mehrere Leute miteinander kommunizieren. Ich habe mir den Raum #atari auf dem IRC-Server irc.newnet.net ausgesucht und die Teilnehmer des Chats dort gebeten, sich zur angegebenen Uhrzeit rege am Chat zu beteiligen, denn die Besucher der Fujiama würden dem Chat auf dem Atari am Projektor verfolgen.
Unterstützt wurde ich neben den Chattern noch von Beetle, der mir meinen Rechner mitgebracht und mir ein Netzteil für die Präsentation und einen Monitor samt Kabelage für die Vorbereitung zur Verfügung gestellt hat, von Jac, der mir das SIO2PC und einen Adapter von Seriell auf USB geliehen hat, und [Name von dem Frankfurt/Oder'er], der mir bei der Konfiguration des Seriell/USB-Adapters unter Linux geholfen und bei der Vorbereitung unterstützt hat. Danke an Euch, Jungs!

Apropos Rechner: da ich ja Katze mit nach Lengenfeld genommen hatte, war ich ja komplett ohne Hardware von Atari angereist. Abgereist bin ich dann mit einem auf genau dieser Fujiama aufgerüsteten Atari. Naja, wie das manchmal so spielt.

Nun ja, die Rückreise ging nicht ganz so reibungslos über die Bühne, genaugenommen, sitze ich noch im Zug. In Zwickau musste ich den Zug eine Stunde später nehmen als geplant, da der Zug so überfüllt war, dass ich mit meinem Fahrrad nicht mehr mit an Bord gehen konnte. Dadurch hat sich meine Ankunft Dank Bummelzug um zwei Stunden verzögert (eine Stunde später aus Zwickau und zwei Stunden später aus Dresden los).
Kurz bevor ich überhaupt in Zwickau losfuhr, kamen noch 4 Sixpacks (so nennt man die VW-Transporter der Polizei) und sorgten für Ordnung auf dem Bahnhof. Eigentlich war der Bahnhof in Ordnung, ich glaube, Besucher von Wacken trafen in Zwickau ein.

Der Katze ging es übrigens sehr gut. Sie hatte genug Auslauf in einem geschützten Umfeld, die beiden Mädchen Alexandra und Lea haben sich mit ihr häufig beschäftigt.
Die Alternative wäre gewesen, die Katze für vier Tage völlig allein in der Wohnung zu lassen, rückblickend betrachtet also die bessere Entscheidung, sie mitzunehmen, obgleich die Hin- und Rückreise doch schon einiges an Stress für das junge Tier bedeutete. Doch auch diese hat sie schadlos überstanden.

Eine Gute Tat habe ich auch noch vollbracht: ein älterer Herr mitte 70 stand mir gegenüber, als der Schaffner seinen Fahrausweis sehen wollte. Der Mann winkte gleich ab und sagte, dass er keinen hätte und auch kein Bargeld bei sich hatte, um einen nachzulösen und bereit wäre, die Strafe für Schwarzfahren in Kauf zu nehmen. Als der Schaffner dann zuerst mein Wochenendticket kontrollierte, sagte ich "lassen sie den Mann ruhig auf meinem Ticket mitfahren". So schrieb der Schaffner den Mann nicht auf und dieser fuhr zumindest im Moment nicht mehr schwarz.

Pünktlich zu meinem Geburtstag, also kurz nach Mitternacht, war ich dann zu Hause. Vielen Dank nochmal an alle, die mir im Forum gratuliert hatten!
Zu Hause wollte ich noch ein paar Kommentare zu einem Newsartikel im Internet betrachten, jedoch ich habe nicht einmal mehr die Nachricht geschafft zu lesen.

So. Nun habe ich zwei bzw. drei hochgerüstete Ataris zu Hause und keiner war mehr angeschlossen, weil ich den Platz nicht dafür habe. Sollte das so bleiben? So habe ich auf meinem PC-Schreibtisch erst einmal Ordnung hergestellt und siehe da, Atari 800XE samt Commodore Monitor und ST-Maus haben noch genug Platz. Doch halt: wieso geht der Atari nicht mehr? Auf der Fujiama hatte er doch noch funktioniert? Hmm ... ein kleiner Blick auf die Platine. Nichts auffälliges.
Naja, erstmal im Internet ein paar Artikel lesen - dann ein zweiter Blick. Ein Chip hatte sich vom Sockel gelöst, als ich mit dem Fahrrad vom Bahnhof nach Hause gefahren bin und die Tasche mit dem Atari auf dem Gepäckträger hatte. Dieser Chip war aber unter der frisch eingebauten RAM-Disk versteckt.
Nun ist alles heile, der Atari 800XE werkelt mit 512 kB gepufferter RAM-Disk und ist samt GUI in weniger als 10 Sekunden hochgefahren.

Also dann, liebe Freunde des besten Computers der Welt, wir sehen uns auf der JHV und drückt mir die Daumen, dass ich mit eigenem Auto anreisen kann!



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Ein paar unkommentierte Videos, die ich mit meinem iPod Touch 4 aufgenommen habe, könnt Ihr Euch hier anschauen.
Viel Spaß!